Neujahr

Das Jahr geht wieder einmal seinem  Ende zu

Und Land und Leute kommen nicht zur Ruh.

Die Einsamen beginnen schon zu hasten,

die Geliebten legen sich zum Rasten

und im ganzen Neujahrstrubel sucht jeder Halt,

um nicht vom Lauf der Zeit davon gespült zu werden.

Erinnerungen füllen die Gedanken,

erwecken Sorgen und Erwartungen,

die selbst die nächsten 100 Jahre nicht erfüllen

oder löschen könnten.

Halt ein mit Denken und verschiebs auf Morgen,

wenn dich die Zukunft endlich eingeholt,

spar deinen Atem für den Marsch, vergeud ihn nicht

bevor der erste Schritt getan, dann wird das

Neue dich nicht überrennen.

Lerne die Zukunft gegenwärtig kennen.

Uiuiui

„Uiuiui!” sagte das Sandkorn als es sich beim Aufstieg zum Gipfel des Großen Kiesel umsah, „Uiuiui, ich glaub ich bin Teil von etwas viel Größerem, nur ein Sandkorn im Wind, kaum zu erkennen in dieser großen Welt!” Vom Gipfel des Kiesels sprang es von Melancholie gepackt in den Tod.

Der Kiesel dachte sich: „uiuiui, schon das tausendste Sandkorn heute, dabei ist Mittag noch gar nicht mal rum! Vielleicht ist doch was dran, wenn so viele von ihnen dafür sterben?”, so dachte es und machte sich auf den Weg zum Großen Rand, der in weiter Ferne lag. Doch kam es nicht weit, unser kleines Kieselchen, wurde gepackt und verschluckt, von einem Baby, das in dem Sandkasten spielte. „Uiuiui, diese verdammten Sandkörner hatten Recht. Auch ich bin teil eines Großen Ganzen und wenn man Teil eines großen Ganzen ist, dann wird man manchmal einfach davon verschluckt!” dachte es bei sich und machte sich Flux auf, dass Große Ganze von innen zu erkunden.

„Ohjeohje!” dachte das Kleine Baby. „Wollte ich überhaupt Sand und Kies essen? Diese Welt ist wirklich groß und unfassbar, vielleicht sollte ich lieber ehrfürchtig und unschuldig erscheinen, damit sie mich nicht genauso frisst, wie ich gerade den Kiesel? Und wenn doch, dann hoffe ich, sie spukt mich rechtzeitig wieder aus und ist nicht so dumm wie ich und schluckt. Sind Kiesel eigentlich gefährlich?” so dachte es bei sich und fing ganz herzzerreissend an zu weinen. Mutter wird’s schon richten!

„Oh!?” sagte Mutter, „Da stimmt was nicht, der Kleine ist zu ruhig, gleich fängt er an zu weinen und ich darf ihm dann seine Welt retten. Aber ohne diese Erfahrungen wird er nicht lernen, wie das Leben wird, wenn er mal älter ist. Ich darf nicht immer für ihn Mutter sein, sonst bleibt er bis zu seinem Tod in dieser Sandkiste hocken. Gott, ich danke dir, dass du mich täglich prüfst und mir deine Liebe schenkst, für dieses Größere, dem wir deine Gestalt verliehen, bin ich bereit mein Kind in alle Ewigkeit zu lieben.”

Mütter denken ab und an auch mal pragmatisch!

„Oha! sprach Gott zu sich selbst, mangels Gesprächspartner kam das sehr häufig vor, doch merkte er es selten. „Schon wieder eines dieser Stoßgebete, glaubt ihr denn ich könnte alles richten?! Seit ihr Menschlein mich erfunden habt hattet ihr nichts besseres zu tun, als allein Dingen Bewusstheit oder Absicht einzureden und mir damit den dümmsten aller Jobs beschert. Wär auch nur einer von euch an meiner statt, ich könnt das Fluchen und Gejammer noch im Siebten Kreis der Hölle hören, nicht mal am Geburtstag hab ich frei, und das seit tausenden von Jahren!”

Früher war alles anders

Früher war alles anders

Die Männer waren sich einige darin, dass der Fang dieses Jahr sehr schlecht war,

keiner der großen Schwärme der letzten Jahre war entdeckt worden und das Meer

hinterließ den Eindruck völlig ohne Leben zu sein. Fischer lieben kein totes Meer.

Nicht mal die Vögel trauten sich noch auf Beutezug in das kalte dunkle Nass.

Sie ließen lieber ihre Brut verhungern und zogen weiter. Niemand konnte sagen wohin.

Doch viele wären ihnen gerne gefolgt. Dort wo die Vögel fressen geht es uns besser

sagten sie. Seit Wochen ging das schon so. Keine Besserung war in Sicht. Es war, als

wäre es das Meer eines anderen Planeten, als hätte man sie alle genommen und in einen

Schaukasten gestellt, von dem nur die Tiere ahnten, das er nicht echt war. Verzweiflung

machte sich breit, der Ort war zu weit von jeder menschlichen Zivilisation entfernt, hatte

sich seit seiner Geburt immer von der Natur rundherum ernährt, hauptsächlich vom Meer,

das keines mehr war. Das Meer war nur noch Wasser. Viel Wasser. Es war nicht giftig,

doch das wäre vielleicht gnädiger gewesen. Einige mutige schlossen sich zusammen, gingen

zur Jagd, doch sie hatten kein wirkliches glück, ein paar magere gänse hatten sie erlegt,

kaum wert sie zu rupfen. Es fanden sich keine Spuren von anderen Tieren in den nahen

Wäldern. Diese Wälder, die einst vor Leben fast überbordeten. Ihr grün war auch nicht

mehr was es einmal war, sagten die Alten. Alte sagen immer solche Dinge. Meistens hören

ihnen die Jungen gar nicht zu. Diesmal taten sie es. Sie hörten und glaubten. Alle fürchteten

sich. Alle erwarteten als nächstes zu verschwinden, wie die Fische und die Tiere im Wald.

Viele gingen, weil sie das Warten auf ein Ende nicht mehr aushalten konnten, Sie gingen über

das Meer und in die Wälder, auf der Suche nach einer Antwort. Keiner sah sie jemals wieder

Sie verschwanden tatsächlich!

Früher war alles besser, da gingen die Leute nicht hinaus in die Welt und verschwanden,

sagten die Alten. Und die Jungen hörten zu und fürchteten sich noch mehr als sie glaubten.

Aber Furcht gebiert Angst und Angst gebiert Wut und die Wut ist ein schlechter Berater. Und

so kam es, das ein Alter wieder diese magischen Worte sprach, um sich die Aufmerksamkeit

seiner Zuhörer zu sichern, aber das einzige was er erhielt war ein Messer in seine Kehle. In

dieser Nacht verschwanden die Alten und die Jungen begannen, sich in ihrer neuen Welt

einzurichten. In einer Welt die sich verändert.

Blutnacht

Ich stehe hier, heut weich ich nicht
kommt raus und zeigt euch ihr Gesinde!

Ich stell mich euch in dieser Nacht
mit Feuer in der rechten Hand und
kaltem Stahl in meiner Linken.

Wenn ihr mich bald im morgendlichen
Nebelschleier in tausend Stücke reisst
dann liegen tausend euerer Leiber unter mir.

Der Mond steht hoch und wird sich noch
vor Mitternacht in rote Farbe tauchen,
auf das die Gischt des nahen Meeres von
eurem tausendfachen Tod verkündet.

Auch wenn ich heute sterbe geh ich nicht
allein. Ein jeder der sich heute Nacht nach
draußen wagt wird mir mein Opfer sein.

Ich schick euch alle Jenseits, bereitet mir
den Weg, den ich zu gehen mir nicht mehr
verweigere.