18.07.2010

Auf ein Wort

Eigentlich weiß ich gar nicht, ob ich noch an dich glaube. Was ich weiß ist, dass ich in manchen Momenten immer noch hoffe, dass du zumindest weiterhin an mich glaubst. Ganz besonders bemerke ich das in jenen Situationen, in denen ich selbst den Glauben in mich verliere. Sowas passiert mir nicht so häufig wie es jetzt klingt, aber eigentlich ist jedes weitere Mal schon ein Mal zu viel.

Das Schwierige am Nichtmehrglauben ist die Tatsache, dass ich mit dir aufgewachsen bin. Du begleitest mich seit meiner taufe, vielleicht warst du durch die Hoffnung und die Stoßgebete meiner Eltern sogar schon vor meiner Geburt bei mir, wer weiß!

Auch meine Eltern machen es sich nicht leicht mit dir. Aber das weißt du ja.
Eigentlich ist es auch gar nicht deine Schuld, dass ich meinen Glauben abgelegt habe. Wie so viele Menschen vor mir kam auch ich mit gewissen Fragen in Konflikt.

Beispielsweise konnte ich nicht begreifen, warum du uns so voller Widersprüche und Makel geschaffen haben solltest. Wenn es nach deinem Willen sein sollte, dass alle Menschen gut sein sollen, dann muss ich bemerken, dass du da ruhig etwas mehr Gut in die Menschheit hättest stecken können. Willen zum Gut-sein allein reicht da ganz einfach nicht aus.
Und wenn wir nach deinem Ebenbild geschaffen wurden, wieso gibt es dann Schnupfen und Krebs, oder Leute, die von deiner Kirche trotz sexuell übertragbarer Krankheit an vernünftigen Dingen wie Verhütung gehindert werden?
Sofern du gerade mithörst, der Du doch mitten unter uns weilst, sei versichert, dass ich ein sehr kritischer Mensch bin. Der menschliche Makel hat sicher auch sein Gutes. Ungleichheit schafft nicht nur Leid, sondern auch Vielfalt. Sollte sich je eine Resistenz gegen HIV ausbilden, dann sicherlich auf dem afrikanischen Kontinent. Es könnte nur sein, dass das Gerangel um den Verdienst dieser Großtat dann einen heiligen Krieg verursacht. Außer Islam und Christentum schaffen es vorher noch zu fusionieren

Überhaupt! Das mit den ganzen Kriegen ist ja auch so eine unendliche Geschichte. Hättest du uns nur ein wenig deiner göttlichen Macht geschenkt, oder Adam und Eva einen Latexbaum statt diesen vermaledeiten Apfel. Oder war doch keine Schlange im Spiel?!

Was habe ich deinen Vertretern auf Erden doch Löcher in den Bauch gefragt. Und wie kleinkariert und ignorant war ihre Reaktion. Damals wollte ich glauben, ich fand es spannend – ein Abenteuer! Ich wollte die Widersprüche akzeptieren, wenn nur,…

Das was aus dem Glauben wird, wenn man alles Vertrauen an einen Sinn heraus nimmt, all das passt dann auch in ein Buch oder in Steintafeln, sofern die Sache mit der Benutzerfreundlichkeit keine Rolle mehr spielt – oder auf Papyrusrollen.

Au Bücher kann man sich stützen, sie bieten Schutz. Auf Büchern kann man Kirchen bauen. Gerne auch aus Steintafeln! Abe rein Buch taugt nicht als Brücke. Im Strom der menschlichen Gedanken wird es fortgerissen, saugt sich dann voll – und versinkt.

Statt das zu akzeptieren hat man immer mehr Bücher in den Fluss geworfen, immer mehr und mehr. Und die Bücher verdrängten das Wasser, verkanteten sich, verhakten in Widersprüchen und dämmten so den Fluss in seinem Lauf. Man richtete sich ein hinter dem papiernen Wall, lehnte Steintafeln dagegen – und – vergaß.

Doch die Gedanken sind frei! Sie lassen sich nicht eindämmen, sie umspülen jeden Widerspruch, nagen an seinen brüchigsten Stellen und lösen ihn irgendwann auf. Dieses Irgendwann ist kein Heilsversprechen. Es tut weh, geliebte Glaubenssätze am Altar der Vernunft geopfert zu sehen. Und auch hinter dem Wall gibt es immer wieder jene, denen man ihren Namen nahm, die Abtrünnigen, deren Wissensdurst sie irgendwann zur Quelle der Vernunft trieb. Frei nach Harry Potter: Die Apfelesser!

Jede Religion, die sich auf einen einzigen Gott stützt, wird irgendwann dogmatisch. Und jedes Dogma irgendwann zum Diktat. Darum ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Damm bricht. Und jedes “Warum?” bringt uns diesem Tag ein Stück näher.


13.05.2010

1100

von serajaten in Persönliches

Nicht binär, aber faszinierend. Ich weiß ja, dass ich hier viel zu wenig poste in letzter Zeit. Was sicher auch darin begründet ist, dass ich weniger Geschichten und so Kram verfasse. Naja, was soll ich sagen: Es geht halt ned. Aber das 1100. Posting wollte ich dann doch nicht so einfach vergehen lassen.

Eigentlich wollte ich ja für 1111 ein neues Style für das  Blog basteln. Vielleicht wird das noch was, aber augenblicklich finde ich nicht den nötigen Ansatz für sowas kreatives. Ich und die Welt tanzen gerade Tango und wer diesen Tanz kennt, weiß auch ob seiner Tragik. Vieles was mich momentan beeinflusst zehrt an meiner Kraft.
Einerseits will ich die Welt nicht aus den Augen lassen, so schnell wie sich momentan alles verändert scheint mir das fatal. Aber auf der anderen Seite ist da die Tatsache, dass ich mit der Fülle an Informationen momentan eindeutig überfordert bin.
Ich weiß nicht wo und ob ich mich auf dem Weg hier her verlaufen habe und ich bin auch nicht sicher, wo mich mein Leben von hier ab noch hin führen wird. An manchen Tagen fühlt es sich mehr an, wie eine Sackgasse, als wollte ich mit dem Kopf durch eine Wand, die nicht weichen will, statt dessen aber meinen Willen aufzuweichen versucht. An anderen kommt mir alles so weit weg vor, dass mir schwindelig wird, wenn ich versuche Details zu fixieren.

Wie man es dreht und wendet; es geht mir nicht so gut im Moment. Ich gehe aber davon aus, dass ich wieder zu meiner alten Form zurück finden werde, auf welchen Wegen auch immer.


29.03.2010

Bruch

von serajaten in Persönliches

Bis grade eben war ich mir sicher, dass ich niemals den Fehler begehen würde, mein Herz an Dinge zu hängen. Unbelebte Objekte neigen aber dazu sich mit Erinnerungen zu füllen und die sind niemals nur Dinge, sondern sehr reale Bestandteile des eigenen Selbst.

Das wird mir jetzt schmerzlich bewusst, wo der erste Frust über mein Missgeschick abflaut und die Wut und ein überraschend großes Maß an Traurigkeit seinen Platz einnimmt. Es ist immer noch nur ein Fahrrad, aber ich habe wirklich ein paar wundervolle Erinnerungen damit verknüpft. Überraschend war auch, dass diese Gefühle erst aufgekommen sind als ich nach passenden Ersatzteilen und nach Ersatz suchte. Und es ist ein Bruch in der Kontinuität, die aufrecht zu erhalten ich so lange geschafft habe.

Woher kommen nur diese ganzen Gefühle? Es fühlt sich an, als hätte ich einen Freund verloren, als wäre es kein Öl, das an meinen Händen klebt, sondern Blut. Dabei habe ich doch schon 3 Mal Hände gewaschen.

Update:

Wie es aussieht, lässt sich der Schaden doch auf das hintere Schaltwerk und einen neuen Umwerfer reduzieren. Hoffe mein Händler sieht das genauso und besorgt passenden Ersatz!


10.09.2009

Lecka!

von serajaten in Persönliches

Take:

5 Surimi-Garnelen oder wahlweise echte (wobei kleine Shrimps auch nicht schlecht sein dürften)

1 rote Zwiebel (kann auch weiß sein ^^)

1 Knoblauchzehe (meine Surimi hatten ne Öllake mit dem Zeuch voll)

1 Paprika

1 Chili-Schote oder scharfe Pepperoni

So… do it in this way:

Pfanne mit Olivenöl heiß machen, Knoblauch dazu ( halbiert) ordentlich anbraten, dann raus damit. (ging mit dem Knofi-Öl schwer)
Dann Zwiebel ins Öl und anschwitzen, Paprika kurz danach, damit sie rechtzeitig weich ist.

Im Anschluss die klein geschnittenen Surimi-Garnelen (kann man machen, sind eh nicht echt) in die Pfanne und auch anbraten.
Irgendwann davor sollte man Nudeln (Bandnudeln) aufgesetzt haben.
Wenn alles gut angebraten ist, etwas Brühe dazu geben (80 mL) und dann aufkochen.
Die gekochten Nudeln in die Pfanne etwas mitschwenken und dann die Sahne über die ganze Sache. Mit Chilipulver, Salz und Pfeffer abschmecken, wer mag ne Prise Curry.

Lecker aufessen genießen!


07.07.2009

Die Weisheit der Philosophen und Holzfäller

von serajaten in Lyrisches, Persönliches

Fälle besser eine Entscheidung, bevor die Entscheidung dich fällt.


Vor »