11.05.2010

Veränderungen

Wir, die wir so gewohnt sind ständig Brücken zu bauen, übersehen gerne und oft, dass man niemals den selben Fluss zwei Mal durchschreiten kann. Ich denke 2010 hat bereits jetzt das Potential das Jahr der persönlichen Veränderungen zu werden. Leider fehlte mir bisher die Flexibilität mit der ich sonst auf Neues reagiere.
Ich werde wohl noch eine Weile auf der Stelle treten. Immerhin sind die Steine am Grund nun nicht mehr so spitz und scharfkantig wie in den letzten Monaten. Und wer weiß schon, was morgen den Fluss herab schwimmt.


16.03.2010

Spielzeug

Liebe Kinobetreiber in Bayern, Deutschland und dem Rest der Welt!

Sehr gerne besuche ich eure Etablisments. Ich mag Filme in der Art, wie sie nur in großen Sälen mit großen Leinwänden und entsprechender Akustik präsentiert werden. Das mag ich noch lieber als DVD und die wiederum lieber als TV, was ich gar nicht mag. So habe ich mich natürlich irre gefreut, als ich Ende letzten Jahres schon die ersten Trailer von Alice in Wonderland über die Leinwand flimmern sah. Schick sah das aus, ideenreich. Wie man es von Burton und seinem Lieblingsschauspieler Johnny Depp gewohnt ist.

Was mir am Kinoerlebnis noch mehr gefällt ist, dass ich da mit Freunden hingehen kann. Leute die meinen Geschmack und meinen Sinn fürs Ambiente teilen. Als technikaffiner Mensch bin ich auch gerne für Neues offen. Ich habe den Wechsel von Stereo auf Surround gemocht. Ich mochte 16:10. Ich fand digital remastered super, weil ich dann auch Star Wars endlich in Neu sehen konnte, nachdem meine Hometapes nach dem 40. Durchlauf im Videorekorder verendeten und es so endlich auch für meine Generation die Möglichkeit gab diese Filme neu auf der großen Leinwand zu sehen.

Soweit so gut. Mein erster 3D Film war irgendwas mit Angeline Jolie. Beowulf hieß das. Fand es damals schon ein witziges Gimmick, wenn ich mir stellenweise auch ein optisches Fliegengitter wünschte, um die lästigen Effekte aus meinem Gesicht zu halten. Das nächste Mal ging ich dann erst in Avatar wieder in eine Vorstellung mit drei Dimmensionen. Zuvor war ich ganz froh in regulär gesehen zu haben, in der Vorpremiere, während in ganz Deutschland Kinos ihre 3D Vorstellungen ausfallen lassen mussten, weil die nötigen Schlüssel für die digital verpackten Filme fehlten. Glaubt mir, wäre ich damals in einem solchen Saal gesessen, ich hätte euch 2010 komplett boykottiert!

Wenn ich jetzt aber sehe, dass in meiner Stadt, die wirklich reichlich mit Kinos versorgt ist, keine einzige Vorstellung von Alice in Wonderland läuft, bei der ich nicht nach 2 Stunden mit tränenden Augen und überreiztem Neocortex rumsitzen muss… ja, dann krieg ich schon etwas geschwollene Nüstern! Ehrlich! Tolles Spielzeug. Jeder hats gesehen. Alle haben “Aaah!” gesagt und honorierend genickt. Und nu packt das bitte wieder dahin wo es hin gehört, es geht langsam wirklich auf die Nerven!

So schön die Effekte sein KÖNNTEN, drängt sich mir nämlich der Gedanke auf, dass der einzige Grund für dieses Effektgehasche der ist, dass man dafür mehr Geld verlangen kann ohne tatsächlich Mehrwert zu generieren. Es ist doch wie mit jedem neuen Spielzeug. Erst isses total toll, dann wirds gehyped bis es aus Nase und Ohren quillt und letztlich staubts dann irgendwo in der Ecke ein. Lernt lieber ordentlich damit umzugehen. Eingesetzt wie ein edles Gewürz kann 3D tatsächlich mehr sein, als reine Effekthascherei und das Naschen aus fremden Geldbeuteln.

Hugh, ich habe gesprochen.


11.03.2010

Ausgetreten

Zumindest logistisch ist es schon mit dem Gang nach Canossa zu vergleichen, wenn man versucht seine Religion abzulegen. Schließlich reicht es nicht, alles ordentlich auf einem Kleiderbügel zu hängen und diesen in den Schrank zu tun. Es müssen mindestens 2 Kleiderbügel her. Und ein Krawattenhalter. Ich verstehe durchaus, dass eine Stadt wie Nürnberg nicht ihre gesamte Verwaltung in ein Gebäude sperrt. Das hätte zu viele Ähnlichkeiten mit dem “Haus das Verrückte macht”. Und man braucht auch keinen Passierschein A38.

Genau genommen reichen 31 Euro und etwas Zeit, Geh- und Sitzfleisch.  Mit einer Unterschrift, einer kurzen Fragestunde und dem Weg zur Kasse ist der Akt vollzogen. Steuerlich geltend macht man ihn dann ein paar Häuser weiter.
Ich hatte ja angenommen, dass es sich irgendwie anfühlt. Nach irgendwas. So wie ich nun hier sitze und in mich horche fühlt es sich aber an, wie immer. Das kann zwei Dinge bedeuten, theoretisch auch mehr, aber ich habe kein Lust tiefer zu graben.

Grund 1: Es gab nie etwas, dass mich in dieser Konfession hielt.

Grund 2: Dieses etwas von dem ich dachte es hätte mit der Konfession zu tun ist viel größer und umfassender.

Vielleicht werde ich es irgendwann genauer wissen. Für dahin gilt: Gott sei Dank ist das vorbei. (in rein säkularer Bedeutung)


08.03.2010

Austreten

Nein, nicht die aktuelle Debatte über die seelischen Untiefen gewisser Menschen hat mich dazu gebracht endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Der Entschluss gärt schon lange in mir, wurde immer nur aufgeschoben, aber nie aufgehoben. Zuerst dachte ich, es wäre egal, da eh keine Kosten dabei entstünden. Dann habe ich mir eingeredet, es könnte irgendwann noch berufliche Vorteile haben. Letztlich war es doch mehr das “drin” sein in dem was man ablegen will. Die eigene Haut zieht man auch nicht aus, wenn man schlafen geht, darüber denkt man nicht mal nach. So ähnlich ist es mit der eigenen Konfession. Schließlich begleitete einen das Leben in der Gemeinde für eine geraume Weile. Klar, die Kommunion war schon der erste Schritt in die kommerzielle Vermarktung des eigenen Wertekanons, aber hey!

Meine Firmung werde ich nur aus dem Grund nicht vergessen, weil mein bester Freund damals von dem ganzen Drogenkram dort in Ohnmacht gefallen war und kurz danach besuchte ich Kirchen wenn überhaupt, dann nur noch aus rein touristischem Interesse. Für mich ist Gott etwas abstraktes, dass ich in Gedanken messen möchte, dass ich untersuchen will, aber nichts dem ich mich willentlich willenlos unterordnen kann. Ein Religion, die so etwas von mir fordert hat verloren. Und zwar mich!

Selbst wenn ich jetzt rechne, wenn ich argumentiere wie viel Geld mir das spart. Wenn ich aufzähle, was die Kirche alles falsch macht. Es ändert nichts daran, dass mir der Schritt schwer fällt. Aber liebe katholische Kirche, du hast einen Fehler gemacht. Du hast dich mit aller Kraft in die Waagschale geworfen, hast bewiesen, dass du einen Dialog mit Gläubigen und mit dem Glauben nur oberflächlich zulässt, während du in deinem inneren doch nur darauf erpicht bist das Recht zu behalten Recht zu behalten. Und dazu brauchst du meine Unterstützung garantiert nicht.


23.02.2010

Houston!

The Eagle has landed!

Seit heute bin ich kein Azubi mehr.

PUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUH!


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