02.11.2009

Willst du ein Schaf sein?

von serajaten in Geschwafel

Ein Gedicht von Uta Samiri Reichenberger

Du glaubst, du bist in Sicherheit,
wenn du nur stets und still
den Pfaden folgst, die alle geh´n,
zwar manchmal ohne Freude
und oft auch ohne Sinn und Ziel,
doch wenigstens bist du dabei
und fällst nicht auf, wenn man euch prüft.

Du hast das Richtige getan,
stets der Verantwortung bewußt,
die du zu haben glaubst.

Doch wer führt letztlich alle an,
die stets und still die ausgetret´nen Wege geh´n?
Wo ist der Lohn für den Verzicht an Freiheit,
den du ein Leben lang geübt?
Wer sagt dir denn, daß du dann richtig hast getan,
wenn du dich anpaßt und nur schweigst,
obwohl dein kritischer Verstand und auch dein Bauch nicht will,
was du doch tust?

Erinn´re dich, du bist ein MENSCH,
du hast die Wahl in jedem Augenblick und kannst
vergleichen deine Tat mit dem,
was Tiere tun.

Du bist ein Schaf?
Stets willig und ein Herdentier?
Dann sei dir klar, daß man von dir
nur Wolle, Haut und Fleisch,
nicht aber deine Meinung will.

Du willst kein Schaf sein?
Dann blick´ dich um und sieh, wo du voll Angst
dem Trend der Herde folgst
anstatt dich zu verweigern.

Anstatt zu brüllen, wenn du wütend,
anstatt zu geh`n, wenn du verstrickt
um erst mal wieder dich zu fühl´n,
bevor du weiter streitest.

Natürlich kannst du nicht
in deiner Arbeit plötzlich nur noch schrei´n!
Auch gehen kannst du nicht, du brauchst das Geld.

Doch sei dir klar,
zuhause bist du frei und kannst beginnen,
der Wahrheit Raum zu geben,
wo vorher du dich beugtest und verstummt.

Dann wirst du fühlen diese Sonne,
die in dir scheint und dir erhellt,
daß du kein Schaf bist, das nur wartet,
bis and´re es verwerten.

Pan durch Samiri am 17


02.11.2009

angekommen

von serajaten in Geschwafel

Zunächst beschreibt das mal meinen Zustand. Aber es sind noch weit mehr Dinge, auf die meine Überschrift zutrifft.

Vorgestern war ich total verschnupft auf einer Halloween-Party. Hätten das nicht meine Freunde organisiert hätte ich wohl nicht die mühe auf mich genommen, war ich doch mit extremen Niesattacken und Halsweh beschlagen.  So jedenfalls durfte ich schon auf dem Weg einige Kinder beobachten, die in “Verkleidung” durch die Straßen zogen, um Leuten Süßigkeiten abzupressen. Trick or Treat werden sie wohl nicht gerufen haben, könnte man aus solchen Streichen doch auch polizeilich verwertbare Arbeit generieren. Immerhin hat Halloween bei uns noch keinen traditionellen Wert.

Als ich dann bei Chris und Steffi war, fertig mit der Arbeit und kostümiert (wer mich kennt ahnt, wie das aussehen muss), klingelte es an der Türe. Gäste dachte ich, wurde aber rasch eines Besseren belehrt. Wieder waren es Kinder (jaaa, die wagen es sogar in Hausgänge zu treten!) Bei unserem Anblick, als Vampirin, Tod und Zombi-Pirat ernteten wir rätselnde Blicke und die Frage “Zieht ihr euch immer so an!?”.

Scheinbar ist Halloween auch bei den Aktiven noch nicht vollständig verwurzelt. Für alle, die den Brauch gern mit Stumpf und Stiel ausrotten wollen: Es bestehen noch Chancen. Am besten mit ein paar prophylaktischen Hexen-Verbrennungen kurz vor und nach Allerheiligen. Das rockt!