29.03.2006

Das Tor – Erwachen

von serajaten in Kurzgeschichte

Seit dem unvorhersehbaren Auftauchen der Herde ist fast eine Woche vergangen, die Nachforschungen hatten, trotz des Mangels an wissenschaftlichem Personal erste Früchte getragen und es kehrte sowas wie wachsame Normalität in den Tagesablauf ein. Die mobilen Forschungseinrichtungen hatten das Gebilde inzwischen in beiden Richtungen über mehr als 2 Kilometer erkundet und ein weitflächiges Sensorgitter hinterlassen, das uns vor weiteren Überraschungen schützen sollte. Trotzdem gab ich jeden Abend zwei Wachposten aufzustellen.
Noch etwas gibt es zu berichten. Von den sechs Komapatienten sind zwischenzeitlich vier wieder erwacht, drei sind bereits wieder auf den Beinen, ich habe ihnen aber Hausarrest verordnet. Erstens weißen ihre Erinnerungen Lücken auf, die mir nicht ganz geheuer sind und zweitens sind die sich die Meds nicht sicher, wie stabil ihr Zustand wirklich ist.
Nummer Vier hatte es nicht so gut erwischt. Er lag zwar mit offenen Augen und gesunden Reflexen in seinem Bett, war aber weder ansprechbar, noch reagierte er auf irgendeine Form der Behandlung. Mir wurde berichtet, dass sich sein Zustand vielleicht nie wieder bessern würde.
Für morgen werde ich mir erst mal Zeit nehmen die Rekonvaleszenten zu befragen. Vielleicht liefert mir das ja die nötigen Informationen über das Geschehene.


21.03.2006

Von Traum und Leben

von serajaten in Lyrisches
Wachen un
Wache und
Wach und T
Wac und Tr
Wa und Tra
W und Trau
und Traum

Leben u
Lebe un
Leb und
Le und T
L und To
und Tot


03.03.2006

Konsolenfieber

von serajaten in Lyrisches

Technik begeistert, geistert

unheimlich in und um

alles Menschliche.

Wir geben uns hin,

diesem Dämon

aus Strom, Licht, Energie,

lassen uns

von seinem Konsolenfieber

in Ekstase treiben,

klinken uns ein und aus,

wählen uns rein und raus.

Finden nie das,

was wir suchen,

lernen stattdessen

online zu buchen.

Lernen alleine zu sein,

nicht mehr nach Hilfe zu schrein,

weniger menschlich zu sein.


02.03.2006

Simuliert

von serajaten in Lyrisches

Das Bewusstsein simuliert Vernunft,

als Kantenschutz der Seele, deren feine Webart

schon an Schneeflocken zerschrammt.

Spinnengleich weben Gedanken den Kokon,

den wir Verstand nennen, in dessen Inneren wir

unsere Träume schützend aufbewahren, bis zu dem

Tag, an dem sie uns nicht mehr brauchen.