04.12.2005

Früher war alles anders

von serajaten in Kurzgeschichte

Früher war alles anders

Die Männer waren sich einige darin, dass der Fang dieses Jahr sehr schlecht war,

keiner der großen Schwärme der letzten Jahre war entdeckt worden und das Meer

hinterließ den Eindruck völlig ohne Leben zu sein. Fischer lieben kein totes Meer.

Nicht mal die Vögel trauten sich noch auf Beutezug in das kalte dunkle Nass.

Sie ließen lieber ihre Brut verhungern und zogen weiter. Niemand konnte sagen wohin.

Doch viele wären ihnen gerne gefolgt. Dort wo die Vögel fressen geht es uns besser

sagten sie. Seit Wochen ging das schon so. Keine Besserung war in Sicht. Es war, als

wäre es das Meer eines anderen Planeten, als hätte man sie alle genommen und in einen

Schaukasten gestellt, von dem nur die Tiere ahnten, das er nicht echt war. Verzweiflung

machte sich breit, der Ort war zu weit von jeder menschlichen Zivilisation entfernt, hatte

sich seit seiner Geburt immer von der Natur rundherum ernährt, hauptsächlich vom Meer,

das keines mehr war. Das Meer war nur noch Wasser. Viel Wasser. Es war nicht giftig,

doch das wäre vielleicht gnädiger gewesen. Einige mutige schlossen sich zusammen, gingen

zur Jagd, doch sie hatten kein wirkliches glück, ein paar magere gänse hatten sie erlegt,

kaum wert sie zu rupfen. Es fanden sich keine Spuren von anderen Tieren in den nahen

Wäldern. Diese Wälder, die einst vor Leben fast überbordeten. Ihr grün war auch nicht

mehr was es einmal war, sagten die Alten. Alte sagen immer solche Dinge. Meistens hören

ihnen die Jungen gar nicht zu. Diesmal taten sie es. Sie hörten und glaubten. Alle fürchteten

sich. Alle erwarteten als nächstes zu verschwinden, wie die Fische und die Tiere im Wald.

Viele gingen, weil sie das Warten auf ein Ende nicht mehr aushalten konnten, Sie gingen über

das Meer und in die Wälder, auf der Suche nach einer Antwort. Keiner sah sie jemals wieder

Sie verschwanden tatsächlich!

Früher war alles besser, da gingen die Leute nicht hinaus in die Welt und verschwanden,

sagten die Alten. Und die Jungen hörten zu und fürchteten sich noch mehr als sie glaubten.

Aber Furcht gebiert Angst und Angst gebiert Wut und die Wut ist ein schlechter Berater. Und

so kam es, das ein Alter wieder diese magischen Worte sprach, um sich die Aufmerksamkeit

seiner Zuhörer zu sichern, aber das einzige was er erhielt war ein Messer in seine Kehle. In

dieser Nacht verschwanden die Alten und die Jungen begannen, sich in ihrer neuen Welt

einzurichten. In einer Welt die sich verändert.


04.12.2005

Blutnacht

von serajaten in Lyrisches

Ich stehe hier, heut weich ich nicht
kommt raus und zeigt euch ihr Gesinde!

Ich stell mich euch in dieser Nacht
mit Feuer in der rechten Hand und
kaltem Stahl in meiner Linken.

Wenn ihr mich bald im morgendlichen
Nebelschleier in tausend Stücke reisst
dann liegen tausend euerer Leiber unter mir.

Der Mond steht hoch und wird sich noch
vor Mitternacht in rote Farbe tauchen,
auf das die Gischt des nahen Meeres von
eurem tausendfachen Tod verkündet.

Auch wenn ich heute sterbe geh ich nicht
allein. Ein jeder der sich heute Nacht nach
draußen wagt wird mir mein Opfer sein.

Ich schick euch alle Jenseits, bereitet mir
den Weg, den ich zu gehen mir nicht mehr
verweigere.