02.02.2005

Wenn du jetzt bei mir wärst

von serajaten in Lyrisches

Wenn du jetzt bei mir wärst

würd ich dein Lachen hören,

das sich mit meinem mischt.

Ich würde dir

in deine Augen schaun,

in dein Herz

und mich entdecken,

so, wie du dich

in mir finden kannst.

Dann würd ich deine Hand in meiner spüren,

ganz warm und sanft und doch so stark.

Und während ich in deinem Haar ertränke

würd ich dich fest an meine Seite ziehn,

bis Mond und Sonne ihre Plätze tauschen

und nur noch dich und keine Luft mehr atmen.


02.02.2005

Der Sänger von Babel

von serajaten in Lyrisches

Dereinst in Babel, im Jahr der göttlichen Bestrafung,

da gab es Einen, den alle verstanden.

Denn seine Lieder sang dieser Mann

in jeder Sprache, die Gott ersann.

Er sang von Liebe, er sang von Streit,

erzählte von Hoffnung und auch von Leid.

Doch was er auch tat, wie laut er auch schrie,

es gab immer nur einen der ihn verstand,

alle Anderen verschwanden unverwandt.

So irrte der Arme durch alle Gassen,

suchte den Einen, der ihn grad verstand

bekam ihn aber selten zu fassen

und verlor so im Lauf der Zeit den Verstand.

Manchmal hört man ihn noch singen

in den Ruinen der großen Stadt.

In tausend Sprachen die keiner mehr spricht.

Er singt, bis seine Stimme zerbricht.

Alles was übrig bleibt

ist die Sprache der Vergangenheit.

Ihr Name ist Schweigen.